Kategorien
Dies und Das

Shakespeare-sei-dank!

Diese Redewendung geht auf ein Missverständnis in Shakespeares Historiendrama Henry IV zurück. Im vierten Akt liegt der König sterbenskrank danieder. Sein Sohn der Prinz wacht an seinem Bett.
Als der alte Heinrich kurz wegnickt, glaubt der junge Heinrich, er sei für immer von ihm gegangen. Mit seinem Schicksal als Thronfolger hadernd, nimmt der Sohn die Krone an sich und verlässt unter Tränen den Raum. Doch der König wacht wieder auf und wundert sich natürlich, warum niemand da ist und schlimmer noch – warum seine Krone fehlt. Aufgebracht lässt er seinen Sohn zurück pfeifen. Ein erleichterter Henry Junior und ein verärgerter Henry Senior treffen aufeinander:

PRINZ HEINRICH: Ich dachte nicht, Euch noch ein Mal zu hören.

KÖNIG HEINRICH:
Dein Wunsch war des Gedankens Vater, Heinrich.
Ich zögre dir zu lang‘, ermüde dich.
So hungerst du nach meinem led’gen Stuhl,
Daß du dich mußt in meine Ehren kleiden,
Eh‘ noch die Stunde reif? O blöder Jüngling!
Die Größe, die du suchst, wird dich erdrücken.
Wart‘ nur ein wenig: denn die Wolke meiner Würde
Hält ein so schwacher Wind vom Fallen ab,
Daß sie bald sinken muß; mein Tag ist trübe.
Du stahlst mir das, was nur nach wenig Stunden
Dein ohne Schuld war, und bei meinem Tod
Hast du mir die Erwartung noch besiegelt:
Dein Leben zeigte, daß du mich nicht liebtest,
Und du willst, daß ich des versichert sterbe …

HENRY IV, Akt IV, Szene V

Schreibe einen Kommentar